Trennung von Seele und Geist

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.“ Hebräer 4:12 

 

Was bedeutet die hier erwähnte „Scheidung von Seele und Geist“? Die Bibel bezeichnet damit einfach das Auseinanderdividieren von Motiven, Gedanken und Gefühlen, ob sie in Übereinstimmung mit den Motiven, Gedanken und Gefühlen Gottes sind oder nicht, d.h. letztlich Seinem Geist entspringen oder aber der gefallenen menschlichen Natur= dem „Fleisch“. 

In Galater 5:16 fordert Paulus die Christen auf: Wandelt im (durch den) Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen. Der Geist eines Menschen, wenn Er durch Glauben an Jesus „von neuem geboren“ ist, trägt in sich die Identität Gottes, d.h. Seinen Willen, Seine Gefühle, Seine Gedanken. „Ihr aber habt Christi Sinn“ (1.Korinther 2:16). 

Je mehr der „Sinn Christi“ nun in uns die Oberhand gewinnt, umso mehr werden wir von Gottes Ge- danken,Gefühlen und Seinem Willen gelebt – mit der entsprechenden Frucht, die dann hervorkommt: Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. (Gal 5:22) 

Je mehr also „Seele und Geist geschieden werden“ durch das Wort Gottes, umso mehr leben wir „im Geist“, d.h. gemäß dem Geist Gottes, und desto mehr Frucht des Geistes wird in unserem Leben hervorkommen! 

Das aber bedeutet zugleich Sieg über alle Werke des Fleisches wie Streit, Haß, Freudlosigkeit und Depression, Unruhe, Ungeduld, Unglaube, Zweifel, Disziplinlosigkeit oder Unfreundlichkeit. 

„Leben im Geist“ ist somit keine esoterische Sache heißt einfach, in Einheit mit dem Willen, den Gedanken und den Gefühlen von Jesus zu leben, zu sprechen und zu handeln – und damit göttliche Frucht und göttlichen Sieg in allen Lebensbereichen hervorkommen zu sehen! 

„Leben im Geist“ (und die dafür notwendige „Scheidung von Seele und Geist) hat somit auch nichts mit dem Ablehnen der Seele an sich zu tun, mit Gefühllosigkeit, Willenlosigkeit oder Gedankenlosigkeit. 

Es geht vielmehr darum, die Anteile in unserem Gefühlsleben, in unserem Wollen und in unseren Ge- danken, die nicht mit Gottes Geist in Übereinstimmung sind, immer mehr durch den „Sinn Christi“ zu verdrängen und schließlich zu eliminieren. 

Gott hat sehr wohl Gefühle (Jesus war z.B. häufig „innerlich bewegt“), Gedanken (vgl. Jeremia 29:11 Ich kenne ja die Gedanken, die ich über Euch habe...) und einen Willen (deshalb betete Jesus: Nicht mein Wille sondern Dein Wille geschehe!) 

Nur bestimmte Gefühle, Gedanken und Motive sind in Gott, und damit in Seinem Geist nicht zu finden:
z.B. Selbstbezogenheit, Genervtsein, Entmutigt sein oder Depression, Unruhe oder Sorgen usw... 

Dafür aber z.B. Hingabe, Geduld, Freude und welt- überwindender Glaube, ebenso wie natürlich Liebe, was auch ein starkes innerlich Bewegtsein, ein von Barmherzigkeit Ergriffensein miteinschließt (ohne deshalb in Depression oder Entmutigung abzugleiten!). 

Leben im Geist heißt z.B., im einen Moment weinen können über die Not der Menschen und im nächsten Moment überfließend vor Freude über die Gnade und Größe Gottes und voll Glaubens zu sein! 

Wenn Seele und Geist in unserem Inneren „geschieden“ sind, dann ha- ben wir jederzeit Herrschaft über die eigenen Gefühle – wir können uns z.B. vom Herzen der Barmherzigkeit Gottes bewegen lassen, „weinen mit den Weinenden“ – ohne deshalb entmutigt zu sein! 

Oder wir können uns jederzeit für die Freude Gottes entscheiden, wenn uns der Heilige Geist dazu den Impuls gibt. 

Wir können uns „in Geduld üben, anstatt dem Gefühl des Genervtseins Raum zu geben. Wir können unsere Gedanken im Geist zur Ruhe bringen und jegliche Sorgen auf Gott werfen (2.Petrus 5:7) usw. 

Wir sind somit jederzeit führbar vom Heiligen Geist und können aufnahmebereit und sensibel auf die Impulse Gottes und Seines Wortes eingehen – gedanklich, gefühlsmäßig und was unseren Willen betrifft! Und damit werden wir dann auch immer mehr die Ergebnisse und Früchte unseres immer siegreichen und nur guten und liebenden Herrn in allen Bereichen unseres Lebens erleben! 

„Leben im Geist“ heißt biblisch gesehen auch „Leben in permanenter Gemeinschaft mit dem Vater und mit Jesus Christus“. Genau da hinein aber sind wir durch das Evangelium berufen (vgl. 1.Kor 1:9) und genau da setzen sich die Segnungen des vollbrachten Werkes Jesu Christi am Kreuz von Golgatha frei! 

D.h. nur auf der Ebene des Geistes Gottes setzen sich Wunder der Heilung, der Wiederherstellung, der Versöhnung und der Versorgung frei! Nur indem wir auf dieser Ebene leben, „folgen uns Zeichen und Wunder“ (Markus 16:17). 

Deshalb liegt im Leben im Geist auch der entscheidende Schlüssel dafür, dass die Christenheit auf ei- ne völlig neue Ebene der Voll- macht, der Proklamation und der Demonstration der Realität der Auferstehung Jesu Christi kommt! 

Und deshalb ist der Prozeß der Scheidung von Seele und Geist so wichtig! 

Die entscheidende Hilfe ist uns in diesem Prozeß von Gott bereits gegeben: Sein Wort.
Indem wir das Wort Gottes lesen, studieren und meditieren, formt sich vor unseren inneren Augen immer mehr ein Bild dessen, was dem Geist und Herzen Gottes und Jesu Christi entspricht und dem, was ihm nicht entspricht. 

Indem wir uns auf das konzentrieren, was wir als das Herz Gottes z.B. in den Evangelien oder in den Briefen erkennen, wird unser Denksinn erneuert, und wir werden immer mehr sensibilisiert zu unterscheiden, welche Gefühle, Ge- danken oder Wünsche von Gott kommen und welche nicht. 

Und wir werden in unserem Glauben und damit in unserer Entschlossenheit gestärkt, uns jederzeit für „das Richtige“ zu entscheiden, und somit dem Heiligen Geist in unserem Leben die volle Vorfahrt und Oberhand zu geben. 

Unser wiedergeborener Geist braucht diese Nahrung des Wortes Gottes, denn das bringt den in ihm wohnenden Glauben hervor- und damit den Sieg über alles Ungöttliche, Destruktive und Krankmachende. 

Ja, dies ist der Sieg, der die Welt (von der Wurzel her) überwunden hat- unser Glaube (1.Johannes 5:4)

In diesem Sinne

Dein Georg Karl