Den Vater erkennen

„Philippus spricht zu Jesus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.“

Johannes 14:8

 

In diesem tiefgehenden Gespräch mit Jesus in Johannes 14 spricht Philippus die tiefste Sehnsucht letztlich jedes menschlichen Herzens an: Es ist der Schrei nach der Liebe und Annahme des Vaters!

Bewußt oder unbewußt, und manch-mal verschüttet und „einbetoniert“ aufgrund vieler negativer Erfahrungen, schlummert dieser Schrei nach der persönlichen Bestätigung durch den Vater, der persönlichen Berührung, der innigen Gemeinschaft mit Ihm in jeder menschlichen Seele.

Irdische Väter konnten uns sehr oft nicht geben, wonach unsere Seele sich im Tiefsten gesehnt hat- und selbst wenn ein Stück weit, dann doch niemals in der Tiefe, wie dieser Hunger wirklich in uns brennt.

Oft haben uns sogar tiefe Verletzungen, Ablehnung, Vernachlässigung, Mißbrauch usw.  verschlossen für jede Beziehung zu einem echten Vater und unsere Herzen hart gemacht – aber dennoch schlummert dieser Schrei ganz tief in uns.

Der Heilige Geist bringt ihn wieder an die Oberfläche, so wie bei Philippus, dem plötzlich bewußt wurde: Wenn ich nur in Beziehung zu diesem Vater, von dem Jesus spricht, kommen kann, wenn ich nur Ihn erkennen (was soviel heißt wie Intimität erleben) kann, dann habe ich alles, was ich wirklich brauche- das tiefste Bedürfnis meiner Seele ist gestillt.

Zuvor spricht Jesus ja davon, dass im Haus Seines Vaters „viele Wohnungen“ sind (Johannes 14:2) und dass Er den Weg für uns in dieses Haus des Vaters (durch Sein Er-lösungswerk) bereitet.

Er tröstet die Jünger vor Seinem Tod, indem Er ihnen erklärt, dass nachdem Er das Erlösungswerk durch Kreuz und  Auferstehung voll-bracht haben wird, Er zum Vater gehen wird und dort für uns die „Wohnung“ vorbereiten wird.

In Form des Heiligen Geistes würde Er daraufhin wiederkommen (was an Pfingsten vor 2000 Jahren geschehen ist), um alle, die Ihm glauben, in den Heiligen Geist hineinzutaufen und sie dadurch im Geist zu sich an himmlische Örter zu holen!

Dies tut Er, weil Er will, dass wir „da sind, wo Er ist“ (Vers 3)- und das heißt nichts anderes als mit Ihm in der permanenten, innigen Liebesgemeinschaft mit dem Vater im Himmel!

àThomas fragt Seinen Meister daraufhin, wie sie den Weg in diese himmlische Gemeinschaft finden könnten, worauf Jesus ihm ganz klar antwortet: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen“

Mit anderen Worten: Der einzige Weg zur Stillung der tiefsten Herzenssehnsucht des Menschen ist kein anderer als die persönliche Beziehung zu Jesus selbst.

Durch Ihn ist der Weg zum himmlischen Vater wieder frei und durch Ihn können wir den Vater (wieder) er-kennen, nachdem dieses Erkennen unser ganzes bisheriges Leben durch die Folgen des Sündenfalles verdunkelt war.

Das aber bedeutet: Der überragend wichtigste und erste Schritt, um als Mensch zu einer wirklich dauerhaft gesunden Persönlichkeit zu werden und in unsere wahre Bestimmung und echte Erfüllung hineinzukommen, ist Jesus Christus zu erkennen, was soviel heißt wie: Sein Erlösungswerk für uns persönlich zu ergreifen; Ihn durch den Heiligen Geist in unserem Herzen auf-zunehmen (Johannes 1:12) und Ihm die Herrschaft über unser Leben anzuvertrauen (Rö 10:9-10).

Als Seine Nachfolger (Jünger) und damit zugleich Kinder Gottes (Joh 1:12; Rö 8:15) können wir uns nun auf den abenteuerreichen Weg machen, den Vater im Himmel, den Jesus uns hier auf dieser Erde vorgestellt hat, immer tiefer kennen zu lernen.

Dabei werden wir entdecken:

*dass Gott tatsächlich durch Jesus unser ganz persönlicher Vater ist.

*dass dieser himmlische Vater uns genauso liebt, wie Er Jesus geliebt hat (Johannes 17:23),

*dass wir sogar  „Seine „Lieblinge“ sind- Seine direkten (nicht nur „adoptierten“) Söhne und Töchter, an denen Er einfach unendlich Gefallen hat (vgl. Markus 1:11!) – und die im Zentrum Seiner Aufmerksamkeit stehen.

Das heißt: Nachdem wir die wichtigste Entscheidung unseres Lebens getroffen und Jesus zum Herrn unseres Lebens gemacht haben, ist es nun unser größtes Ziel, eine immer tiefere Offenbarung der Liebe unseres himmlischen Vater zu empfangen, und dadurch Schritt für Schritt in unserer ganzen Persönlichkeit gesund, stark und frei zu werden: Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht sondern den Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba (Papa), Vater!

Diese intime Verbindung unseres Herzens mit dem Herzen des himmlischen Vaters vertreibt alle unsere Furcht, Unsicherheit, Minderwertigkeit, Einsamkeit – mit anderen Worten den ganzen „Waisengeist“, unter dem wir als gefallene Menschen ursprünglich gestanden haben.

Je mehr wir mit dem Bewußtsein unseres Geliebtseins vom Vater wirklich in der Tiefe unseres Seins durchdrungen sind, umso mehr Stabilität, Frieden, Freiheit und Freude kommt in unser Leben.

Und umso mehr werden wir wiederum dazu fähig, die empfangene Liebe weiterzugeben, d.h. wie Jesus selbst zum Wegweiser für andere hin zur Liebe des himmlischen Vaters zu werden.

Mit anderen Worten: Anstatt als Waisen gehen wir nun als echte Söhne und Töchter Gottes durchs Leben und wachsen heran in Seiner unendlichen Liebe, die uns aufbaut, ermutigt, korrigiert und zärtlich führt! Jederzeit haben wir freien Zugang zu Ihm, denn Jesus hat uns diesen Zugang ein für allemal geöffnet.

Die größten Hilfen, die Gott uns auf diesem Weg der Festigung unserer Beziehung und Gemeinschaft mit dem Vater hier auf der Erde gegeben hat, sind 1) der Heilige Geist, den Jesus uns gesandt hat – und 2) geistliche Väter und Mütter, in denen der Heilige Geist wohnt. Sie sind uns auf Ihrem Weg der Sohnschaft bereits ein gutes Stück voraus und können uns somit durch Jesus in Ihnen in unserem geistlichen Wachstum fördern.

So wird unsere  Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater immer tiefer und enger und wir werden uns immer sicherer auf unseren Wegen in und mit Gott!

àTatsächlich glaube ich, dass es ohne das Erleben echter geistlicher Vaterschaft, die durch reife Söhne Gottes hier auf der Erde ausgeübt wird, nur sehr begrenztes und langsames Wachstum in unserem eigenen Reifeprozess gibt.

Genauso wie Gott, der Vater sich vor 2000 Jahren entschieden hat, Sein Wesen dieser Welt durch den Menschen Jesus Christus zu demonstrieren (auch wenn dieser zugleich Gott war), so ist es seit dem Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten der Plan Gottes, Seine Söhne und Töchter hier auf der Erde durch menschliche Gefäße, in denen Jesus und der Vater wohnen, voran-zubringen in ihrer Beziehung zu Ihm selbst!

Diese geistlichen Väter (und Mütter) zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbst durch tiefe Transformationsprozesse gegangen sind und nun eine echte, umfassende Offenbarung der Liebe des Vaters haben.

Diese Offenbarung befähigt sie, ihre Söhne und Töchter zu lieben wie Gott selbst sie liebt, sie zu lehren, zu  unterstützen,  freizusetzen,  zu inspirieren und auch zu korrigieren- immer aus dem Herzen des himmlischen Vaters heraus- eben nicht als „Zuchtmeister“ sondern als „Väter“, wie Paulus schreibt (1.Korinther 4:15).

Es kann Dir deshalb nichts Besseres für Dein geistliches Wachstum hier auf Erden passieren, als in Beziehung zu einem solchen geistlichen Vater/Mutter zu kommen!

Denn so wird Deine Reise massiv beschleunigt immer tiefer hinein in die Offenbarung der Liebe des Vaters und es werden Prozesse angestoßen, die letztlich zu einer immer tieferen Stillung der eigentlichen Sehnsucht Deines Herzens führen!

Diese Liebe Deines Vaters immer tiefer zu erleben und Dir ihrer immer mehr bewußt zu werden, das wünsche ich Dir vor allem anderen von ganzem Herzen!

Dein Georg Karl